Vasektomie / Sterilisation

Männer sind grundsätzlich bis ins hohe Alter zeugungsfähig-aber eine Entscheidung über Familienzuwachs sollte man individuell und unabhängig davon treffen. Gerade in einer festen Partnerschaft, in der kein Kinderwunsch (mehr) besteht, ist die Sterilisation des Mannes der einfachste Weg der sicheren Empfängnisverhütung. Als ambulanter minimalinvasiver Eingriff durchgeführt, ist er wesentlich weniger aufwändig als die Sterilisation der Frau und kann einen wesentlichen Beitrag zu einer harmonischen und entspannten Partnerschaft leisten.

Wissenswertes über die Vasektomie / Sterilisation

  1. Verhütung: ein Maß für die Sicherheit der Empfängnisverhütung ist der Pearl Index, der im Rahmen verschiedener Studien mit unterschiedlichem Studiendesign ermittelt wurde, was die Angaben in einer gewissen Spanne (von bis) erklärt. Dennoch ist dieser Index eine ausgesprochen gute Orientierungshilfe. Der Pearl  Index einer Vasektomie beträgt 0.1 und bedeutet, dass statistisch von 1000 Paaren, die ausschließlich mit dieser Methode verhüten, über den Zeitraum  eines  Jahres nur eine Frau schwanger wird. Im Vergleich zu anderen Verhütungsmethoden ist die Vasektomie daher  deutlich sicherer. Bei Anwendung von Kondomen wird der Pearl Index beispielsweise von 2-12 angegeben, d.h., in einem Jahr werden 2-12 von 100 Frauen schwanger.  Die Spirale erreicht modellabhängig einen Index von 0,16-0,8. Die Antibabypille liegt je nach Präparat bei regelrechter Anwendung bei einem  Pearl Index von 0,1-0,9. Die Sicherheit der meisten Verhütungsmethoden hängt jedoch ganz entscheidend von der richtigen Anwendung, was bei der Sterilisation bzw. der Vasektomie nicht der Fall ist.
  1. Kosten: die Kosten für die Vasektomie ist nicht im Leistungskatalog der Krankenkassen enthalten und daher von den Männern bzw. Paaren selbst zu tragen. Die Kosten einer Vasektomie liegen zwischen 400-500 €. Im Vergleich zu Kondomen mit einem Stückpreis von einem Euro bei einem Markenprodukt und einer Häufigkeit des Geschlechtsverkehrs von 100-140 pro Jahr beim Durchschnittdeutschen haben sich die Kosten für eine Vasektomie bereits nach rund vier Jahren amortisiert. Ähnlich verhält es sich mit der Pille für die Frau mit einem Preis von ca. 30 € pro  Bei der Spirale (Hormon- oder Kupferspirale) liegen Kosten zwischen 150 und 400 €. Die Hormonspirale ist 3-5 Jahre lang wirksam, die Kupferspirale kann bis zu fünf Jahren in der Gebärmutter verbleiben.
  1. Vorbereitung und Nachkontrolle: zunächst erfolgt in der Praxis eine Anamnese und Voruntersuchung. Am Abend vor dem Eingriff sollte die Intimrasur erfolgen. Gerinnungshemmende Medikamente (Aspirin, ASS, Marcumar, Clopidogrel) müssen eine Woche vor dem Eingriff abgesetzt werden, ggf. ist eine Rücksprache mit dem Hausarzt erforderlich. Da die Vasektomie in der Regel in Lokalanästhesie in unserer Praxis (ambulant) durchgeführt wird, können Sie am Tag der Operation essen und trinken. Es empfiehlt sich am Tag des Eingriffs eine eher eng anliegende Unterhose zu tragen. Am Tag nach der Vasektomie erfolgt eine Nachkontrolle in unserer Praxis. In der Regel können sportliche und sexuelle Aktivität fünf Tage nach der Sterilisationsoperation wieder aufgenommen werden. Die Hautfäden sind selbstauflösend und müssen daher nach der Vasektomie nicht entfernt werden.
  1. Erfolgskontrolle nach Vasektomie: Zunächst müssen Sie weiter wie bisher verhüten (mit Pille, Spirale, Kondom etc.). Für den Nachweis der Zeugungsunfähigkeit nach der Sterilisation müssen Spermaproben nach sechs und zwölf Wochen abgegeben werden. Vor der ersten Probeabgabe sollten mindestens 15 Samenergüsse erfolgt sein. Sofern in beiden Spermaproben keine lebenden Spermien nachgewiesen werden, kann nach der Vasektomie auf die bisherigen Verhütungsmaßnahmen verzichtet werden.
  1. Mögliche Komplikationen und Folgen: die Vasektomie ist ein komplikationsarmer Eingriff. Schwellungen, Infektionen, Nachblutungen oder der Hodenverlust sind sehr seltene Komplikation. Das Risiko für einen Hodentumor bzw. ein Prostatakarzinom ist nach Vasektomie nicht erhöht. Die Ejakulation (Erguss) bleibt erhalten,  die Samenflüssigkeit ist aber jetzt im Verlauf frei von Spermien. Das sexuelle Verlangen, die Potenz- und Orgasmusfähigkeit werden durch die Vasektomie nicht negativ beeinflusst.